Bundestechnologiezentrum für Elektro- und Informationstechnik
Meister, Betriebswirt, Fachplaner
 
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Mike Essmann
Mike Essmann

Elektrotechnikermeister
Energie- und Gebäudetechnik

2008 BFE-Meister, 2008 BFE-Betriebswirt
Heute: Im väterlichen Unternehmen Elektro-Essmann verantwortlich für die Bereiche Regenerative Energien und E-Mobility

In seiner Freizeit begeistert sich Mike Essmann für Autorennen. Und auch unternehmerisch ist er gerne sportlich unterwegs.

 


Der Traum vom E

Wenn Mike Essmann morgens um sechs Uhr seinen Diesel durch die Dämmerung Richtung Büro lenkt, träumt er manchmal von einem Porsche 918 Spyder in Silber. Wie ein Pfeil schießt der Wagen mit ihm über die Landstraße. In seiner Imagination gibt der Unternehmer mehr Gas, doch das einzige, was er hört, ist sein eigenes Pfeifen. Denn sein Traum-Porsche ist ein Elektro-Auto.

Zumindest der elektrische Teil des Auto-Traumes wird bereits offen im Unternehmen diskutiert. Als TÜV-zertifizierter Installateur für Autohersteller ist Elektro Essmann im Thema. E-Autos sind in naher Zukunft im Betrieb geplant. Dass ein Unternehmen Träume braucht, um sich weiterzuentwickeln, das weiß Mike Essmann. Schließlich ist er bereits Geschäftsmann in dritter Generation.

Das Drei-Generationen-Kabel

Gegründet wurde Elektro Essmann von Essmanns Großvater Aloys. Im Jahre 1954 entschied er sich für Spannungsmesser & Co. und schlug 1954 im nordrhein-westfälischen Rheine sein Firmenschild an eine Hauswand. Es war ein kleiner Laden, doch Elektro Essmann war gegründet.

In den 70er Jahren übernahm dann Vater Michael die Unternehmens-Kabel und baute damit ein großes Netzwerk auf. Kunden und Mitarbeiter nahmen kontinuierlich zu. Eine seiner Visionen war ein Firmensitz mit außergewöhnlicher Architektur. 2004 feierte man in Rheine das Richtfest. Einen Giebel, an dem man den Kranz hätte hochziehen können, gab es indes nicht: Die beiden Geschosse liegen wie zwei Bauklötze übereinander. Das untere aus rotem Backstein, das obere aus grünem Kupfer. Die großen Fensterfronten brechen die Ansicht in vier Teile. Wie ein gigantisches Schaltteilchen, das auf eine neue Verknüpfung wartet, liegt das Gebäude im Land.

Elektrizität für jeden Tag

Mike Essmann stieg 2008 ins Unternehmen ein, nachdem er seinen Elektrotechnikermeister in Energie- und Gebäudetechnik beim BFE gemacht hatte. Zwei Ausbildungen hatte er zu diesem Zeitpunkt schon hinter sich: den Elektriker und den Fernmeldeanlagen-Elektroniker. Im gleichen Jahr legte er beim BFE auch den Betriebswirt nach. Heute kümmert sich der 29-Jährige federführend um die Bereiche Regenerative Energien und E-Mobility. Er hat eine Frau, eine einjährige Tochter und einen langen Arbeitstag.  

Um kurz nach sechs sitzt er zusammen mit seinem Kollegen Dennis Mönig im Büro. Die Wareneingänge des Tages müssen kommissioniert werden. Manchmal warten Kabel und Steckdosen, mal sind es mehrere Paletten, die auf die verschiedenen Baustellen verteilt werden müssen. Es ist die Elektrizität für Einkaufszentren, Geschäftshäuser, Schulen, Kinos oder Wohnimmobilien. In der Referenzliste des Unternehmens tummeln sich so einige namhafte Großprojekte.

Es werde Licht

Vom Trafo bis zum Glasfaseranschluss – das Angebot von Elektro Essmann ist umfassend. Der Sohn des Firmenchefs sagt lieber, was fehlt: „Wir sind nicht für Alarm- und Brandmeldeanlagen VDS-zertifiziert.“ Mit allem anderen können sie dienen, Elektroinstallationen von A bis Z umfasst das Spektrum. Ein Lieblingskind ist dabei die Lichtinstallation. Auf mehr als 400 Quadratmetern stellen sie verschiedenste Leuchten aus. Hier kann sich das Münsterland von der Nachttischlampe bis zum gigantischen Außen-Lichtszenario in jeder denkbaren Variante erhellen lassen.

Und auch in der Photovoltaik ist Elektro Essmann stark, wenngleich sich der Markt wandelt. „Unsere Größe erlaubt es uns, Trends mitzugehen. Denn wir sind in der Lage, es abzufedern, wenn sie nachlassen“, sagt Mike Essmann. Sicherheit bietet die Elektroinstallation, denn sie ist das Kerngeschäft und wurde nie vernachlässigt. – Essmann ist für die Zukunft sicher geerdet.

Die Zukunft heißt Automation

Heute arbeiten mehr als 60 Mitarbeiter, darunter zehn Meister, für das Unternehmen. Vier bis fünf Auszubildende werden pro Jahr eingestellt. Der Jahresumsatz beträgt um die zehn Millionen Euro.

Wenn Mike Essmann in die Zukunft guckt, sieht er die Automation auf sich zurollen. Privathaushalte, Geschäfte, einfach alles. KNX is coming. „Dabei darf der Nachwuchs bei allem Virtuellen eins nicht vergessen“, so Mike Essmann, „eine Steinwand muss nach wie vor mit Meißel und Flex bearbeitet werden.“ – Und in ganz ferner Zukunft? Da sieht der Hobby-Rennfahrer doch plötzlich wieder die Scheinwerfer eines Porsche Spyders am Horizont aufblitzen.

www.BFE.de

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