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Hans Abeln
Hans Abeln

Elektromaschinenbauermeister

1980 Elektromechaniker-Meister, 1981 Elektromaschinenbau-Meister
Heute: Geschäftsführer Hans Abeln GmbH & Co. KG, im Prüfungsausschuss für Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik

Diese Tauchmotorpumpe arbeitet normalerweise in einem Sparkassengebäude in Meppen. Zurzeit gönnt sie sich beim Pumpenmeister Hans Abeln eine Reparatur-Kur.

 


Die Pumpe am richtigen Fleck

Glücklich kann sich schätzen, wer von seinem Vater bereits ein solides Unternehmen vor die Nase gesetzt bekommt. Viel leichter, sich aus dieser Position heraus zu behaupten. Hans Abeln hatte keine Starthilfe. Er schaffte es trotzdem. Und zwar durch harte Arbeit.

Mit seiner grauen Latzhose, die er über einem dicken, blauen Wollpulli trägt, erkennt man in Hans Abeln sofort den Handwerker. Er gehört zu der Sorte Mensch, die lieber ärgerlich vor sich hinbrummend handelt, als freundlich faselnd nichts zu tun. Eine ehrliche Haut, mit der Pumpe am richtigen Fleck. Ob er sich noch einmal selbstständig machen würde? „50 zu 50“, sagt er.

Das Pumpenarchiv

Sein Unternehmen im westniedersächsischen Lohne ist auf den Verkauf und die Reparatur von Pumpen, Elektromotoren und technischen Artikeln sowie auf die Montage und Demontage vor Ort spezialisiert. Die Auffahrt schmückt eine alte, rote Kreiselpumpe, ein Stück aus den 90er Jahren, das Abeln vor dem Schrott gerettet hat. Der Hof ist hell gepflastert, die Fassade ist weiß, die Fensterrahmen und der Dachgiebel sind in frischem Türkis gefärbt. Dahinter ein überwältigendes Archiv. Hier liegen die verschiedensten Pumpen und Elektromotoren, wie Bücher in einer Bibliothek, sorgsam in die Regale sortiert.

„So viel ist das gar nicht“, sagt Abeln. Aber an sich gäbe es schon Hunderte von verschiedenen Pumpenarten. Verdränger- und Strömungspumpen. Kleine Tauchpumpen für einzelne Matschlöcher und gigantische Kreiselpumpen für ganze Wasserwerke. Pumpen mit einem Kilowatt, Pumpen mit 37. Pferdekopf-, Mammut-, Luft-, Lenz- und Mikropumpen. Sie bewegen Schmutzwasser, Nahrungsmittel, Kühlwasser oder Getränke. „Wir bekommen im Schnitt eine am Tag“, sagt der Meister aller Pumpen, „das reicht auch.“

Am Anfang war der Hinterhof

Abeln wurde 1953 im kleinen Ellerbrock in Cloppenburg geboren. Mit 26 Jahren machte er als Elektromechaniker seinen Meister im BFE, holte als Angestellter seine Gesellenzeit nach und machte 1981 den Elektromaschinenbau-Meister. Die folgenden zehn Jahre arbeitete er als Werkstattmeister. Danach orientierte sich Abeln neu. Er beschloss, sich selbstständig zu machen. Damals war er bereits verheiratet und dreifacher Vater. Mit 37 Jahren, ein Alter, in dem heutzutage andere schon ihr erstes Burn-out hinter sich haben, schloss dieser Mann seinen ersten Laden auf.

Eine kleine Hinterhofwerkstatt, 40 Quadratmeter, zugig und kalt im Winter, irgendwo in Lohne. So fing alles an. 1996 dann der Umzug auf das neue Gelände, die letzte Erweiterung kam 2008. Mehr Kunden, mehr Pumpen, mehr Motoren. Heute beschäftigt Abeln zehn Mitarbeiter. Zwei Auszubildende werden aktuell gerade in die Kunst des Elekromaschinenbaus eingewiesen. Abeln sitzt im Prüfungsausschuss für E-Maschinenbauer-Gesellen. Und sein jüngster Sohn ist mittlerweile als Meister ins Unternehmen eingestiegen. Mit 60 Jahren kann Abeln sehr zufrieden auf seinen Betrieb blicken.

Nach Feierabend wird Musik gemacht

Bis hierher war es aber auch viel Arbeit. 60- bis 70-Stunden-Wochen sind für Abeln keine Seltenheit. Der Papierkram, die Auflagen, die Abgaben – das zermürbt. Eins will er daher noch loswerden und zwar mit Nachdruck: „Kleinunternehmern wird es nicht leicht gemacht.“ Doch dann fällt ihm auch noch etwas anderes ein, das ist auch wichtig. Jenseits der Auftragsbücher wartet noch etwas sehr Schönes: „Ich spiele Akkordeon“, sagt er, „in einem Shanty-Chor. Und ich glaube, wir sind richtig gut!“

www.BFE.de

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